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FRANKREICH - ANBAUGEBIETE - BORDEAUX
Appellation Haut-Médoc
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Die Rebfläche von 4.200 Hektar liegt auf den leicht erhöhten Kiesbänken
am linken Ufer der Gironde. Die Böden der sechs Gemeinden des Haut-Médoc
sind mehr oder weniger stark kieshaltig und sandig. Im Süden findet
man feinen Kies der Garonne, im Norden groben, gelben Kies. Aus
ihm zaubern die 375 Winzer des Haut-Médoc neben 140 Crus Bourgois,
116 Crus Artisan und fünf Genossenschaftsweinen auch fünf renommierte
Crus Classés.
Die Weine zeichnen sich durch
ihre ausgesprochene mineralische Feinheit, intensive Aromen und
eine hervorragende Alterungsfähigkeit aus. Sie sind lebendig und
feurig, großzügig, aber ohne übertriebene Wucht, harmonisch ausgeglichen
und entwickeln im Laufe der Jahre ein bemerkenswertes Bukett.
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- Saint-Estèphe ist das nördlichste
der sechs Gemeinden des Haut-Médoc. Die 1.100 Hektar Weinberge
grenzen direkt an Pauillac im Süden an. Die Châteaux Cos d'Estournel,
Montrose und Meyney seien beispielhaft für die hervorragenden
Weine von Saint-Estèphe genannt.In ihrer Jugend sind diese oft
abweisend und unnahbar und verfügen im Vergleich mit Weinen aus
anderen Gemeinden über wenig Eleganz. Nach einer angemessenen
Zeit der Reife und Entwicklung, oft erst nach Jahrzehnten, zeigen
sie jedoch ihre ganze Größe. Ihr üppiges Tannin, ihre kraftvolle,
körperreiche Art wird dann durch Feinheit und Eleganz ergänzt.
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- Das Anbaugebiet Pauillac im Haut-Médoc,
nach der kleinen Stadt Pauillac an der Gironde benannt, ist eins
der bemerkenswertesten und berühmtesten der Welt. Lafite, Latour,
Mouton-Rothschild, Pichon-Lalande und viele weitere der größten
Châteaux sind hier in großer Dichte ansässig. Das Gebiet umfasst
etwa 900 Hektar Rebfläche. Es verfügt über die tiefgründigsten
Kiesböden des Médoc.
Die Rebsorte Cabernet Sauvignon, die herkömmlicherweise 65 bis
75% des Verschnitts ausmacht, erreicht in dem einzigartigen Terroir
ihrern maximalen Ausdruck. Ihre Dominanz wirkt sich auf die Tanninstruktur
aus: Sie ist bei Pauillac-Weinen besonders dicht. Die Tannine
sind jedoch feinkörnig und weich, dies zumindest in guten Jahrgängen.
Der Anteil von Merlot und damit die Weichheit der Weine ist in
den letzten Jahren gestiegen. Die Weine beeindrucken durch ihre
opulente, muskulöse, kernige und komplexe Art. Trotzdem mangelt
es ihnen nicht an Feinheit. Der Pauillac ist außerdem einer der
langlebigsten Weine des Bordelais.
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- Premier Crus gibt es in der Gemeinde
Saint-Julien inmitten des Haut-Médoc nicht. Die Qualität der Spitzengewächse
und auch die Durchschnittsqualität verschafft der Region allerdings
großes Ansehen.
Ein typischer Saint-Julien ist im Geschmack kräftiger als ein
Margaux, eleganter als ein Saint-Estéphe und früher trinkreif
als ein Pauillac. Die besten Gewächse sind tief, komplex und konzentriert
und zeigen in den Jahren ungeheures Reifepotenzial. Diese Größe
zeigen die Châteaux Léoville-Las-Cases, Ducru Beaucaillou, Léoville
Barton, Gruaud-Larose und einige mehr.
- Erst seit 1986 ist Listrac
ein gültiger Name als AOC-Gebiet. Es liegt zwischen Saint-Julien
und Margaux, verfügt über keine klassifizierten Gewächse, doch
über gute Crus Bourgeois. Die Weine sind oft robust und ausdrucksvoll,
jedoch weniger finessenreich als Weine aus Margaux und weniger
kraftvoll als Weine aus Pauillac. Die Châteaux Fourcas-Hosten,
Fourcas-Dupré, Clarke und Fonréau sind gute Beispiele.
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- Moulis-en-Médoc, zwischen
Listrac und Margaux gelegen, gehört nicht in die erste Reihe der
Appellationen des Médoc. Der Ort verfügt über keine klassifizierten
Gewächse. Doch die Châteaux Chasse-Spleen und Poujeaux entsprechen
dem Qualitätsniveau eines Cru Classé. Andere Châteaux kommen dicht
an diese Qualität heran. Zudem gibt es eine Reihe hervorragender
Crus Bourgeois.
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- Die Weine aus Margaux am
südlichen Ende des Haut Médoc sind weniger körperreich, gelten
jedoch als die duftigsten und vornehmsten des Bordelais. Ihr Bukett
ist besonders ausdrucksvoll, ihre Struktur ist geschmeidig und
zart. Auch Sie können sehr langlebig sein.
Ihre Art verdanken sie zum einen den relativ kargen Böden der
Appellation. Zum anderen leisten Anteile von Cabernet Franc und
Petit Verdot im Verschnitt ihren Beitrag zur subtilen Komplexität
großer Margaux-Weine. Beispielhaft seien die Châteaux Palmer,
Rauza-Séglas und das imposante Château Margaux selbst genannt.
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