Portugiesische Anbaugebiete

Alentejo

Die weitläufige Landschaft des Alentejo mit seinen Pinienwäldern, Korkeichenhainen und weiten Feldern erscheint auf den ersten Blick nicht wie eine typische Weinlandschaft. Die Reben mit kurzen Stämmen stehen hier oft Seite an Seite mit jahrhundertealten Olivenbäumen. Die Aufbruchstimmung der portugiesischen Weinwirtschaft ist im Alentejo allgegenwärtig. Die Weinproduktion der großen Provinz machte in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Qualitätsentwicklung.

Im Unterschied zu den meisten anderen portugiesischen Anbaugebieten ist im Alentejo die Anzahl der Rebsorten eng begrenzt. Neben seinen allgemein geschätzten Weissweinen machen in letzter Zeit immer mehr Rotweine von sich reden und gewinnen zunehmend an Bedeutung. 

Die besten bestechen schon in ihrer Jugend mit ihrer ausgewogenen, reifen Frucht und den harmonischen Tanninen. Rebsorten für Alentejo Weine sind Alfrocheiro, Aragonez, Moreto, Priquita und Trincadeira.

Bei den Weißweinen setzt man vermehrt auf leichte, frische und spritzige Gewächse. Sie sind angenehm unkompliziert, haben eine milde Säure und bieten beste Voraussetzungen für ein neues Trendprodukt. Sorten für Weißwein sind Antao Vaz, Arinto, Bical, Fernao Pires, Rabo de Ovelha, Roupeiro und Tamarez.

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Bairrada

Nordwestlich der alten Universitätsstadt Coimbra befindet sich die Bairrada, mit einem weichen und harmonischen Landschaftsbild. "Bairrada" leitet sich von "barro" ab, dem portugiesischen Begriff für Ton, der hier, angereichert mit Kalk, beste Böden für den Weinbau liefert.

Die roten Bairrada-Weine sind sehr charaktervoll, haben kräftige Farbe, viel Tannin und herzhafte Säure. Die Weißweine entwickeln sich unter dem atlantischen Einfluss zu frischen Weinen mit feiner Säure, die immer öfter auch jung getrunken werden. In der Sekterzeugung gilt die Bairrada als Pionier in Portugal. Heute liefert die Region fast zwei Drittel der portugiesischen Sekte.

Bairrada-Rotweine sind in mehrfacher Hinsicht einzigartig. Während die Rebsortenvielfalt eines der wichtigsten Kennzeichen portugiesischer Weine ist, werden in Bairrada mehr als 70% der Rotweine aus einer einzigen Sorte, der kleinbeerigen, dickschaligen Baga-Traube gewonnen. Der Anteil dieser hochwertigen Sorte im Bairrada-Wein darf 40% nicht unterschreiten und dementsprechend ist der Löwenanteil der Rebflächen der Baga-Traube vorbehalten.

Neben Baga werden für Rot- und Roséweine auch Castelao, Moreto und Tinta Pinheira angebaut. In den Weißweinen werden meist verschiedene Rebsorten mitreinander verschnitten: Maria Gomes (Fernao Pires), Bical, Rabo de Ovelha, Cerceal und Arinto sind mögliche Verschnittpartner.

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Dao

Das Dao-Weinbaugebiet befindet sich in wilder urwüchsiger Landschaft im nördlichen Landesinneren Portugals. Anstehender Granit dominiert die geologischen Gegebenheiten und erschwert den Weinanbau. Jede Anbaufläche muss mühsam dem Fels abgerungen werden. Eine Mühe die sich lohnt!

In dem geschützten Klima mit seinen trockenen, heißen Sommern und langen, kühlen Herbstperioden wachsen ausgesprochen intensive, kraftvolle und körperreiche Weine. Zu den Schätzen des Dao zählt der gleichnamige Rotwein, der auf eine lange Tradition zurückblickt und bis heute zu den bekanntesten und meist exportierten Weinen Portugals zählt.

Im Dao wächst überwiegend Rotwein, von dem jedoch nur rund 30 % das Dao-Siegel erhält. Für die kraftvollen und tanninreichen Rotweine wird zudem eine Lagerung zwischen 12 und 48 Monaten verlangt. Diese wird auf den Weinen mit den Prädikaten Reserva (2 Jahre) und Garrafeira (3 Jahre) gekennzeichnet. Mit dem Prädikat Dao Noble adelt man einen noch länger gereiften Dao-Wein, für den nur einige wenige Rebsorten zugelassen sind.

Die weissen Dao-Weine verströmen in ihrer Jugend ein markantes Zitronen- und Honigaroma. Ihre pikante Säure und ihr kräftiger Alkoholgehalt verleihen ihnen ein gutes Alterungspotential.

Für die Herstellung der Dao-Weine sind neun traditionelle Rebsorten besonders empfohlen, weitere dreizehn sind in geringen Mengen zugelassen. Für den roten Dao Nobre dürfen nur die besten Sorten verwendet werden: Touriga Nacional, Alfrocheiro Preto, Aragonez, Jaen und Rufete. Die zugelassenen Hauptrebsorten für den weißen Dao Nobre beschränken sich auf Encruzado, Bical, Cerceal, Malavisia Fina und Verdelho.

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Douro

In den Schluchten des Douro-Tals im Norden Portugals wächst der Wein für den weltberühmten Portwein. Die Hälfte der Produktion des Douro entfällt jedoch - vielen ist dies unbekannt - auf nicht gespritete Rotweine. Der Barca Velha vom Portweinhaus Ferreira ist ihr berühmtester Vertreter.

Für die Herstellung von Port wird die Gärung vor ihrer Beendigung durch die Zugabe von Weingeist (aguardiente) gestoppt: ein Anteil unvergorenen Zuckers verbleibt im Wein, da die Gärhefe bei höherem Alkoholgehalt ihre Arbeit einstellt. Dabei ist der richtige Zeitpunkt des Aufspritens von großer Bedeutung. Er bestimmt den Süssegrad des späteren Ports.

Die Portweinerstellung wird seit 1756 streng überwacht. Echtheit und Qualität des Weines wird vom Portwein-Institut garantiert. Bestimmte Rebsorten eignen sich besonders gut für die Portweinerzeugung. Zu ihnen zählen Tinta Roriz, Bastardo, Tinta Barroca, Tinta de Barca, Tinto cao, Touriga Francesa, Touriga Nacional und Trincadeira Preta. Zu den weißen Arinto, Boal, Cerceal, Gouveio, Malvasia Fina und Siria.

Die Vielfalt der Portweinstile unterscheidet zwei Qualitätsstufen: Weine, die vollständig im Fass ausreifen und jene, die nur kurz im Fass lagern und schliesslich in der Flasche reifen.

Fassgereifte Portweine

  • Ruby Port
  • Tawny Port
  • Colheita
  • Vintage Character
  • Weißer Port
  • Late Bottled Vintage Port

Flaschengereifte Portweine

  • Vintage Port
  • Single Quinta Vintage Port

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Madeira

Die Insel des ewigen Frühlings liegt rund tausend Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt im Atlantischen Ozean. Die vulkanische Insel verdankt ihren Namen "Insel des Holzes" den dichten Wäldern, die in dem subtropischen Klima in großer Vielfalt gedeihen. Die gebirgige Insel verfügt nur über geografisch begrenzte Anbauflächen.

Madeira war einer der bedeutendsten Stützpunkte der portugiesischen Seefahrt. Bereits im 15. Jahrhundert wurde der berühmten Wein der Insel auf die Handelsschiffe im Hafen von Funchal verladen. Man entdeckte bald, dass die mit hochwertigem Alkohol angereicherten "Vinhos da roda" nach ihrer langen Reise im warmen Rumpf der Schiffe besser schmeckten, als der junge Wein auf der Insel. Aus dieser Einsicht entwickelte man eine Methode des Ausbaus, die in der Welt einzigartig ist: Nach der "Estufagem", der langsamen Erhitzung, bei welcher der im Madeira enthaltene Zucker karamelisiert und den typischen Geschmack hervorbringt, lagert man die Weine für Jahre in der Sommerhitze Portugals.

Madeirawein ist bekannt für seine "unverwüstliche" Qualität. Selbst Weine aus hundert- oder zweihundertjährigen Beständen präsentieren sich bei der Verkostung perfekt. Für einen Madeira werden grösstenteils mehrere Jahrgänge vermählt. Nur in Spitzenjahren wird ein Jahrgangswein in den Handel gebracht. Die Altersangabe auf der Flasche bezieht sich immer auf den jüngsten Anteil im Wein.

Der Name der wichtigsten Madeira-Rebsorten kennzeichnet den jeweiligen Wein und damit auch den Charakter und den Stil des Weines. Man unterscheidet zwischen Malvasia, Verdelho, Sercial und Bual.

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Vinho Verde Special

Aus dem nordwestlichsten Landesteil, dem Minho, stammt der Vinho Verde, ein spritziger, grünlich schimmernder, junger Wein. Charakteristisch für den typischen Vinho Verde ist seine frische Säure, seine feinen Aromen von grünen Äpfeln und sein anregender Limettenduft. Sein Alkoholgehalt liegt meist unter 10 Vol.%. Etrwa 90% der Gesamtmenge wird leicht mit Kohlensäure angereichert. In den Export gelangen vornehmlich die leichteren Partien des grünen Weins, oft mit ein paar Gramm Restzucker und zugesetzter Kohlensäure.

Vinho Verde ist mehr als ein Wein. In den sechs Subregionen des DOC-Gebietes entstehen sehr unterschiedliche Gewächse: Er wird von der Provinz Minho von Porto bis zur spanischen Grenze hin aus unterschiedlichen Rebsorten erzeugt.

In Moncao, der nördlichsten Region an der Grenze zu Galizien, entstehen im atlantischen Klima und im Schutz der Hügelketten kraftvolle Weine, meist aus der eleganten und anspruchsvollen Alvarinho-Traube. Sie haben durchschnittlich zwei Volumenprozent mehr Alkohol als die leichten Vertreter der Subregionen Lima, Braga, Penafiel und Basto. Im südöstlichen Amarante verdankt der Vinho Verde seine erfrischende Leichtigkeit, seine Eleganz und seine feinen Apfelnoten der Rebsorte Avesso.

Das Spektrum der zugelassenen und empfohlenen Rebsorten des Vinho Verde variiert von Region zu Region. Am weitesten verbreitet sind die weißen Sorten Loureiro, Trajadura, Pederna, Avesso und Azal. Die hochwertigste ist aber die Alvarinho-Traube. Sie bringt das typische Aroma, zudem Körper und Eleganz.

Auch roter Vinho Verde wird erzeugt, ein herber, tanninreicher, unzugänglicher Wein. Aus der Vielfalt der roten Rebensorten sind insgesamt acht für die Vinho Verde Region empfohlen. Der tiefrote Vinhao ist hier als Klassiker anerkannt. Roter Vinho Verde wird fast ausschließlich in der Region, im Sommer leicht gekühlt, konsumiert. Über Portugal hinaus ist er kaum bekannt.

Die phantasievolle Weiterentwicklung des bäuerlich-traditionellen Vinho Verde ist ein portugiesischer Verkaufsschlager besonderen Formats, der Mateus Rosé, ebenfalls spritzig und jung. Der Mateus, wie im 18. Jahrhundert der Portwein eigens für den Export kreiert, wurde ebenfalls zum Renner. Vom konservativ orientierten portugiesischen Weinkonsumenten wird er bis heute verschmäht.

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