6. Flight: Merlot
In der vorletzten Rotweinrunde
wurden Merlots aus dem Tessin ins Glas geschenkt. Das Tessin liegt
in der italienischen Schweiz und eignet sich besonders zum Anbau
von Rotwein. 75% des Gebietes sind mit Merlot bepflanzt. Den meisten
wird die Rebsorte aus dem Bordeaux bekannt
sein. Sie ergeben kräftige, aber auch fruchtbetonte, elegante
Weine.
Ein Altmeister im Tessin ist Claudio Tamborini aus Lamone. Sein
Castello di Morcote ist auf vielen inter-nationalen Weinkarten
zu finden. Auch sein 1999er Jahrgang stand mit dichtem Rubinrot
im Glas und verbreitete ein
fruchtiges Bukett mit reifen Pflaumenaromen; am Gaumen dichte
Struktur, elegante Tannine, schöne Süße.
Der älteste, aber wohl auch beeindruckendste Wein in dieser Runde
war der 1996er Merlot Orizzonte von Christian Zündel, Beride.
Er wurde aus der Magnumflasche ausgeschenkt. Dieses größere Flaschenformat
begünstigt den gleichmäßigen Reifeprozess. Auch wenn er schon
schön zu trinken ist, wird er noch einige Jahre überdauern können
und dabei keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigen. Sein würziges
Bukett und Aromen nach getrockneten Pflaumen und Caramel wurden
durch einen samtig, weichen Gaumen gekrönt; reiche Frucht, elegante
Tannine - ein perfekt ausbalancierter Wein.
7. Flight: Rote Spezialitäten
Rote Spezialitäten wurden
im letzten Rotweinflight probiert. Darunter zwei Cornalin aus
dem Wallis - die älteste Rebsorte des Kanton Wallis; zwei Syrah,
auch beide aus dem Wallis und eine Cuvée aus Pinot Noir
und einer Neuzüchtung mit dem Namen Diolinoir aus der Ostschweiz
- eine Kreuzung zwischen Rouge de Diolly und Pinot Noir.
Jeder Wein aus dieser Runde war ein besonders Erlebnis. Die Cornalinweine
entzücken durch ihre kräftige, fast violette Farbe mit floralem
Bukett und würzigem Geschmack.
Hinter dem klingenden Weinnamen "Z'blau Wunder us Jenins" steckt
die Neuzüchtung Diolinoir, ein sehr fruchtbetonter, leichterer
Rotwein mit elegantem Touch.
Beeindruckend auch die beiden Syrah. Man hält es nicht für möglich,
dass diese Rebsorte im Wallis ein so großes Potential besitzt.
Besonders der 1997er Cayas von Bon Père Germanier Balavaud
und Jean-René Germanier aus Vétroz bereiteten große Freude.