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Von Schubert: Mein Urgroßvater, Carl Ferdinand Freiherr von
Stumm-Halberg, erwarb das Weingut Maximin Grünhaus im Jahre 1882.
Nach Übergabe durch meinen Vater ist mit mir heute die fünfte Generation
auf Grünhaus mit der Betriebsleitung befasst.
Nach der vermutlich schwierigsten Situationen für unser Weingut
befragt, kann ich Ihnen die Zeit der Besatzung nach dem zweiten
Weltkrieg und die ersten Jahre der Nachkriegszeit nennen. In den
letzten Kriegstagen wurde der Wirtschaftshof von Grünhaus komplett
in Brand geschossen und, da die Kampfhandlungen den ganzen Tag über
andauerten, brannten sie bis auf die Grundmauern nieder. Darüber
hinaus leerten die französischen Besatzungstruppen innerhalb weniger
Wochen den kompletten Keller. Nur wenige Flaschen konnten von meiner
Großmutter und einigen Helfern des Nachts aus eigenem Bestand "entwendet"
werden.
Der
Aufbau konnte also durch den Verkauf von existenten Beständen nicht
finanziert werden und zu allem Unglück wurden die notdürftig wieder
errichteten Gutsgebäude 1947 ein zweites Mal Raub der Flammen. Mein
Großvater starb 1948, aber dennoch gelang nach entbehrungsreichen
Zeiten der Wiederaufbau in den fünfziger Jahren.
Wenn man den Begriff Erfolg mit Qualität verbindet, so sind die
Jahre von 1988 bis 1999 die erfolgreichsten in der jüngeren Betriebsgeschichte.
In den letzten 300 Jahren Betriebs- und Weinbaugeschichte der Region
findet man keinen so langen Zeitraum, in dem nur gute, beste und
überragende Jahrgänge einander folgten.
In jedem Jahr konnten wir Auslesen ernten und darüber hinaus in
fast allen Jahren Eisweine, Beerenauslesen und zum Teil auch Trockenbeerenauslesen.
Man mag es natürlich in erster Linie auf die Erwärmung unserer Atmosphäre
zurückführen, doch haben sehr strenge Selektion und eine immer verbesserte
Kellertechnik das Ihre dazu beigetragen.
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