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Winety.com: Welche Vorzüge hat für Sie der Ausbau von Riesling
im großen Holzfass gegenüber dem Ausbau im Edelstahltank?
Von Schubert: Die Spitzenauslesen in Grünhaus werden
nach wie vor im traditionellen 1000-Liter Fuderfass ausgebaut.
Das perfekt gepflegte Eichenfassholz bietet dem Spitzenwein
immer noch beste Entwicklungsmöglichkeiten. Doch sollte in jedem
Fall auf eine rechtzeitige Füllung geachtet werden.
In reifen Jahrgängen kann das durchaus schon einmal Anfang März
sein - ein zu langes Fasslager birgt eher die Gefahr, dass der
Wein geschwächt und nicht gestärkt wird. |
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Ein unreifer Jahrgang kann durch ein längeres Lager im Fass durchaus
etwas Kanten und Ecken abschleifen, um mit etwas mehr Reife und Rundung
dann fertig für die Flaschenfüllung zu sein. |
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Der Edelstahltank ist ein viel neutraleres Medium für den Wein. Der
Stahl hat praktisch keine innere Oberfläche (im Gegensatz zum Holz
mit seinem großen Porenvolumen) und verzögert die Reifung des Weines
erheblich. Es macht nach unseren Erkenntnissen keinen Sinn, seinen
unreifen Wein im Edelstahl zu lagern; die Lagerzeit für einen unreifen
Wein wäre zu lange und damit unwirtschaftlich. Frische, fruchtige
und reife Moste, eventuell wie 1999 mit relativ geringer Säure, sind
dagegen im Edelstahl gut aufgehoben.
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Winety.com: Was ist das Besondere an Ihren Lagen an der Ruwer?
Was unterscheidet sie von Spitzenlagen der Mosel?
Von Schubert: In unseren Lagen an der Ruwer erzeugen wir
sehr rassige, feinfruchtige Rieslingweine, die sich durch ihre filigrane
Art von den meist etwas üppigeren Moselweinen unterscheiden.
In manchen schwierigen Jahren (1980, 1984) hat die Mittelmosel oft
deutlich höhere Mostgewichte als die Ruwer und ist damit deutlich
überlegen. In sehr strahlungsreichen Jahren wie 1976 und 1983 entwickeln
gute Ruwerweine oft mehr Rasse und Frische als die Weine der Mosel
und sind damit raffinierter und auch langlebiger.
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