Weinernte 2000: Resultate der VDP-Güter

Mühevolle Ernte bringt Top-Qualitäten.
Sehr differenzierter Jahrgang.
 
     
  Wallhausen, Frankfurt: "Es gab einfachere Jahrgänge als den Jahrgang 2000, aber nie einen spannenderen" kommentiert die Inhaberin des Weingutes Acham-Magin aus der Pfalz. In der Tat wurde die Geduld der Prädikatsweingüter insbesondere bei der Lese hart auf die Probe gestellt. Gerade deshalb freuen sich DIE PRÄDIKATSWEINGÜTER über ihre Jungweine in den Fässern, die ohne das Bemühen um Spitzenqualität in diesem Jahr nicht einfach "am Stock gewachsen" sind.
"Der Jahrgang 2000 wird ganz extrem die 'Spreu vom Weizen' trennen: Qualitätsorientiertes Arbeiten, d.h. niedrige Mengenerträge aus intensiver Handarbeit - angefangen beim Rebschnitt, bis hin zum Ausdünnen, Entgeizen, Entblättern und besonders der Negativselektion - zahlen sich aus. Sehr gute Mostgewichte und kleine Erntemengen kennzeichnen den Jahrgang 2001 im VDP," konstatiert Prinz zu Salm-Salm, Präsident des VDP.
 
 
Vegetationsverlauf mit Hindernissen
Der Vegetationsverlauf hatte mit frühem Austrieb und hervorragendem Blüteverlauf den Trauben einen beachtlichen Vegetationsvorsprung gegeben und ebensolche Ernteerträge in Aussicht gestellt. Ertragsreduzierende Maßnahmen waren für qualitätsorientierte Winzer auch in diesem Jahrgang ein Muß. Niederschlagsmengen und Durchschnittstemperaturen lagen in einem ausgewogenes Verhältnis, so daß der Entwicklungsvorsprung von teilweise 2-3 Wochen zu einer guten Vollausreifung der Trauben führte, gekennzeichnet von guten Mostgewichten und Extraktwerten sowie einer sehr reifen Säure (hoher Weinsäureanteil).

Erst die hohen Niederschlagsmengen Ende September lösten in Verbindung mit der frühen Vollausreifung bei manchen Rebsorten, z.B. weiche Rebsorten wie Burgunderarten, und besonders bei Reben in tiefgründigen Böden Fäulnisbereitschaft aus, da diese Standorte die gesamte Niederschlagsmenge aufnehmen konnten. Die davon befallenen Trauben mußten in mehreren Durchgängen separat ausgelesen werden. Oftmals wurden die von früher Botrytis befallenen Trauben aber auch als ungeeignetes Lesegut weggeworfen. Für ökologisch arbeitende Winzern war der Vegetationsverlauf der Reifephase eine zusätzliche Herausforderung.


Zum Glück war beim lockerbeerigen Riesling, der den Anbau in VDP-Gütern dominiert und oft in gesteinsreichen Böden von Steillagen angebaut wird, die Fäulnis nicht gravierend. Dort trat in der Spätreifephase häufig Edelfäule auf, die es bislang ermöglichte zahlreiche Jahrhundert-Beerenauslesen oder sogar Trockenbeerenauslesen einzubringen - und noch immer hängen Riesling-Trauben am Stock. Den verbliebenen Trauben droht nun von anderer Seite Gefahr: Starenschwärme erquicken sich an den wenigen Weinbergen der um Qualität pokernden Winzer.

 
   
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