Die Römerzeit
Gegen Ende des
5. Jahrhunderts n. Chr. gaben die Römer Noricum auf (es fiel später
an die Franken, dann an die Slawen und Awaren). In dieser unruhigen,
langwährenden Phase der Völkerwanderung kam der Weinbau fast zum Stillstand.
Aber er starb nicht gänzlich aus.
Während der Regentschaft von Karl dem Großen (742-814), der über ein
Gebiet von Friesland bis Ungarn gebot, war noch ein weinbauliches
Fundament vorhanden. Darauf ließ sich auch in der Ostmark wieder aufbauen
- nach der berühmten "Capitulare de villis". Diese Schrift enthielt
wichtige Anleitungen für den Rebbau und dessen Pflege.
Die frühe Neuzeit
Später gingen bedeutende Impulse von den bayrischen Klöstern aus.
Vor allem im niederösterreichischen Raum, an der Donau, förderten
sie den Weinbau. Reben standen früher noch westlich von Linz, sogar
bei Salzburg und in großem Umfang in Kärnten und Tirol. Die Rebfläche
dürfte damals eine Größenordnung von einigen hunderttausend Hektar
gehabt haben. Zum Teil war der Weinbau bereits qualitätsorientiert,
wie die wohl erste offizielle Trockenbeerenauslese der Welt verdeutlicht.
Gelesen
wurde sie "im Gebirge von Donnerskirchen" im Jahr 1526 - so die Inschrift
in einem alten Faßboden. Eine Familie Gruber machte die Arbeit; Nutznießer
aber war - wie vielfach in dieser Zeit - der Adel, dem die Weingärten
meist gehörten. Urkundlich ließ sich der bemerkenswerte Süßwein bis
ins Jahr 1852 verfolgen.